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Wie entsteht Bedeutung? · Sprache

Wortschöpfung

Ein neues Wort kann eine Erfahrung aus dem Ungefähren in die gemeinsame Wahrnehmung holen.

Auf den Punkt

Wortschöpfung bezeichnet das Bilden eines neuen Ausdrucks, um bisher schwer unterscheidbare Erfahrungen oder Zusammenhänge besprechbar zu machen.

Wenn wir emergetisch schauen …

… entstehen Begriffe dort, wo vorhandene Sprache eine Erfahrung nur unzureichend trägt. Eine Wortschöpfung verbindet Bekanntes neu, verdichtet eine Beobachtung und lädt andere ein zu prüfen, ob sie darin eigene Resonanz finden.

Neue Worte sind keine Beweise für neue Dinge. Sie sind Formangebote. Ihre Brauchbarkeit zeigt sich darin, ob sie Wahrgeben differenzieren, Verständigung fördern und weitere Fragen öffnen. Werden sie zu festen Wesenheiten gemacht, verlieren sie ihre emergetische Beweglichkeit.

Erlebbar wird das, wenn …

Der Begriff „Impathie“ wird gebildet, um das Hineinspüren in die eigene Resonanz während einer Begegnung von Empathie zu unterscheiden. Das Wort macht eine bisher schwer benennbare Praxis sichtbar. Im Gebrauch wird weiter geprüft, welche Erfahrung es tatsächlich trägt.

ICH · Für mich

Für welche Erfahrung fehlt mir ein Wort?

Welche Unterschiede könnte eine Wortschöpfung sichtbar machen?

Behandle ich den neuen Begriff als Einladung oder als fertige Wahrheit?

WIR · Zwischen uns

Welche neuen Worte entstehen aus unserer gemeinsamen Erfahrung?

Wie prüfen wir, ob sie Verständigung erweitern?

ALLE · Für Organisationen

Wo fehlt Sprache für neue Formen von Arbeit und Entwicklung?

Wie verhindern wir, dass Begriffe zu modischen Etiketten ohne Praxisbezug werden?

Wortschöpfung gibt einer kaum greifbaren Erfahrung eine vorläufige Form, in der sie gemeinsam weitergedacht werden kann.
Siehe auch: Resonanzsprache Sprache Konstrukt Besprechbarkeit Emergetik Unterscheidbarkeit Sinnbildung