… entstehen Begriffe dort, wo vorhandene Sprache eine Erfahrung nur unzureichend trägt. Eine Wortschöpfung verbindet Bekanntes neu, verdichtet eine Beobachtung und lädt andere ein zu prüfen, ob sie darin eigene Resonanz finden.
Neue Worte sind keine Beweise für neue Dinge. Sie sind Formangebote. Ihre Brauchbarkeit zeigt sich darin, ob sie Wahrgeben differenzieren, Verständigung fördern und weitere Fragen öffnen. Werden sie zu festen Wesenheiten gemacht, verlieren sie ihre emergetische Beweglichkeit.
Der Begriff „Impathie“ wird gebildet, um das Hineinspüren in die eigene Resonanz während einer Begegnung von Empathie zu unterscheiden. Das Wort macht eine bisher schwer benennbare Praxis sichtbar. Im Gebrauch wird weiter geprüft, welche Erfahrung es tatsächlich trägt.
Für welche Erfahrung fehlt mir ein Wort?
Welche Unterschiede könnte eine Wortschöpfung sichtbar machen?
Behandle ich den neuen Begriff als Einladung oder als fertige Wahrheit?
Welche neuen Worte entstehen aus unserer gemeinsamen Erfahrung?
Wie prüfen wir, ob sie Verständigung erweitern?
Wo fehlt Sprache für neue Formen von Arbeit und Entwicklung?
Wie verhindern wir, dass Begriffe zu modischen Etiketten ohne Praxisbezug werden?