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Wie entsteht Bedeutung? · Sprache

Sinnmüdigkeit

Auch die Suche nach Sinn kann müde machen, wenn jedes Erlebnis sofort eine Bedeutung, Botschaft oder Aufgabe bekommen soll.

Auf den Punkt

Sinnmüdigkeit bezeichnet die Erschöpfung, die entsteht, wenn Menschen dauerhaft Sinn herstellen, begründen oder aus jeder Erfahrung eine bedeutsame Entwicklung ableiten müssen.

Wenn wir emergetisch schauen …

… sinn ist eine starke Orientierungskraft. Gleichzeitig kann der Anspruch, Arbeit, Krise, Beziehung und Selbstentwicklung ständig sinnvoll deuten zu müssen, eine neue Form von Druck erzeugen. Manchmal ist etwas traurig, anstrengend oder belanglos, ohne dass sofort eine höhere Botschaft darin gefunden werden muss.

Emergetisch darf Sinnbildung Pausen haben. Bedeutung kann später entstehen, sich verändern oder offenbleiben. Nichtwissen und Grundlosigkeit können entlasten und dem Erleben erlauben, zunächst einfach zu geschehen.

Erlebbar wird das, wenn …

Nach einem schwierigen Jahr fragt ein Bekannter: „Und was hast du daraus gelernt?“ Die Betroffene antwortet: „Im Moment hauptsächlich, dass ich keine Lust mehr auf diese Frage habe.“ Selten klang Sinnmüdigkeit so gesund.

ICH · Für mich

Wo versuche ich meinem Erleben zu schnell Sinn zu geben?

Welche Erfahrung darf vorerst bedeutungsoffen bleiben?

Was geschieht, wenn ich nichts aus mir machen muss?

WIR · Zwischen uns

Wo erwarten wir voneinander positive Deutungen?

Wie können wir Erfahrungen teilen, ohne sofort eine Lehre daraus zu ziehen?

ALLE · Für Organisationen

Welche Sinnansprüche erzeugt unsere Kultur?

Wie ermöglichen wir Arbeit, die wertvoll sein darf, ohne ständig existenzielle Bedeutung liefern zu müssen?

Sinnmüdigkeit erinnert daran, dass auch Bedeutung atmen muss.
Siehe auch: Sinn Sinnbildung Nichtwissen Grundlosigkeit Unverfügbarkeit Erzählung