… der Begriff stammt aus der Entwicklungspsychologie und beschreibt eine grundlegende Lernbewegung: Wir können Neues in vertraute Muster einordnen, oder wir verändern die Muster selbst. Emergetisch wird Akkommodation dort interessant, wo eine Irritation nicht mehr durch zusätzliche Erklärung beruhigt werden kann.
Eine Haltung erweitert sich, wenn das bisherige Wahrgeben zu eng wird und neue Unterscheidungen entstehen. Akkommodation ist deshalb mehr als Informationsaufnahme. Sie verändert die Form, mit der wir Informationen überhaupt verstehen und in Beziehung setzen.
Eine Führungskraft ist überzeugt, dass gute Mitarbeitende klare Anweisungen brauchen. Eine selbstorganisierte Projektgruppe erzielt ohne enge Steuerung bessere Ergebnisse als erwartet. Zunächst sucht sie nach Ausnahmen und Erklärungen. Irgendwann verändert sich ihre Vorstellung von Führung selbst.
Welche Erfahrung passt gerade nicht in mein bisheriges Weltbild?
Wo versuche ich Neues mit alten Kategorien zu erklären?
Welche innere Form könnte sich erweitern?
Welche Erfahrungen fordern unsere gemeinsamen Annahmen heraus?
Wie können wir Irritationen nutzen, bevor wir sie vorschnell erklären?
Welche Lernräume erlauben echte Akkommodation?
Wo schützt unsere Organisation vertraute Denkmodelle vor widersprechender Erfahrung?