… dabei geht es nicht um die Einführung einer neuen Fachsprache als Selbstzweck. Emergetisierung zeigt sich, wenn Kontrolle durch mehr Aufmerksamkeit für Unverfügbarkeit ergänzt wird, wenn Spannungen nicht reflexhaft beseitigt werden und wenn Formen auf ihre Brauchbarkeit statt auf ihre vermeintliche Endgültigkeit geprüft werden.
Der Prozess kann klein beginnen: in anderen Fragen, einer veränderten Meetingpraxis oder einem bewussteren Umgang mit Resonanz. Erst wenn solche Bewegungen Anschluss finden und sich stabilisieren, entsteht eine neue Form des gemeinsamen Handelns.
Eine Organisation startet mit einem Workshop zur Emergetik. Drei Monate später erinnert sich kaum jemand an alle Begriffe. In Meetings hört man jedoch häufiger Sätze wie: „Welche Spannung wollen wir hier gerade zu schnell lösen?“ Die Folien sind vergessen, eine Unterscheidung ist geblieben.
Welche emergetische Unterscheidung ist in meinem Alltag bereits wirksam geworden?
Wo verändert eine neue Frage mein Handeln?
Welche Begriffe brauche ich wirklich und welche darf ich wieder vergessen?
Welche neuen Gesprächsgewohnheiten bilden sich zwischen uns?
Wie erkennen wir, dass eine Perspektive zur Praxis geworden ist?
Welche kleinen Veränderungen zeigen eine Emergetisierung unserer Kultur?
Wie verhindern wir, dass ein Ansatz nur als Methodensprache übernommen wird?