… beim Emergetisieren wird eine Situation nicht mit einem festen Schema diagnostiziert. Wir wechseln vielmehr die Fragen: Welche Form trägt das Geschehen? Was stimmt die Beteiligten an? Wo liegt eine Spannung? Welche Verwendungskatastrophe kündigt sich an? Was beginnt bereits zu keimen?
Der Begriff darf dabei mit einem Augenzwinkern verwendet werden. Er ist nur so lange brauchbar, wie er Aufmerksamkeit öffnet. Wird jedes Gespräch sofort „emergetisiert“, obwohl ein klares Ja, Nein oder eine einfache Entscheidung genügt, hat auch das Verb seine erste Verwendungskatastrophe verdient.
Ein Team steckt in einer endlosen Diskussion über Zuständigkeiten. Jemand sagt: „Lass uns das mal emergetisieren.“ Statt noch eine Verantwortungsmatrix zu malen, fragt die Gruppe, welche alte Arbeitsform sie eigentlich verteidigt. Plötzlich wird sichtbar, dass das Organigramm gar nicht das eigentliche Thema ist.
Welche Frage würde diese Situation vom Entstehen her öffnen?
Welche Resonanz oder Form habe ich bisher übersehen?
Wo wäre eine einfache Lösung hilfreicher als weiteres Emergetisieren?
Was verändert sich, wenn wir unsere Deutungen als Angebote behandeln?
Welche neue Unterscheidung hilft uns gerade weiter?
Wo erweitert emergetisches Erkunden die Problembearbeitung?
Wie bewahren wir die Sprache der Emergetik vor unnötigem Jargon?