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Wer sind wir? · Selbst

Selbstbeherrschung

Impulse zurückhalten zu können ist eine große Entwicklungsleistung. Sie wird eng, wenn wir nur noch über Kontrolle mit uns in Beziehung stehen.

Auf den Punkt

Selbstbeherrschung bezeichnet die Fähigkeit, Impulse, Gefühle und spontane Handlungswünsche zugunsten einer gewählten Regel, Rolle oder längerfristigen Absicht zu kontrollieren.

Wenn wir emergetisch schauen …

… diese Fähigkeit ermöglicht Verlässlichkeit, Planung und soziales Zusammenleben. Sie schafft Abstand zwischen Impuls und Handlung und gehört damit zu wichtigen Formen der Selbststeuerung.

Emergetisch wird Selbstbeherrschung von Selbstregulation unterschieden. Beherrschung arbeitet stärker über Kontrolle und Unterdrückung, Regulation über Wahrnehmung, Beziehung und flexible Modulation. Beide können brauchbar sein; problematisch wird Selbstbeherrschung, wenn innere Signale dauerhaft nur als Störung behandelt werden.

Erlebbar wird das, wenn …

Ein Mitarbeiter sitzt im dritten Online-Meeting und merkt, wie seine Gereiztheit steigt. Er lächelt weiter professionell, bis er beim Satz „Das nehmen wir noch kurz mit“ fast den Laptop zuklappt. Seine Selbstbeherrschung funktioniert ausgezeichnet. Sein Körper reicht gleichzeitig einen Änderungsantrag ein.

ICH · Für mich

Welche Impulse beherrsche ich häufig?

Wo schützt mich Selbstbeherrschung und wo trennt sie mich von meinem Erleben?

Welche Regulation könnte Kontrolle ergänzen?

WIR · Zwischen uns

Wo erwarten wir voneinander ständige Beherrschung?

Wie können starke Gefühle Raum bekommen, ohne sofort Handlung zu werden?

ALLE · Für Organisationen

Welche Kultur verwechselt Professionalität mit emotionaler Unsichtbarkeit?

Wo brauchen Rollen klare Impulskontrolle und wo mehr Selbsttransparenz?

Selbstbeherrschung hält Impulse zurück; Selbstentwicklung erweitert die Möglichkeiten, ihnen bewusst zu begegnen.
Siehe auch: Selbstregulation Emotieren Funktionales Selbstbild Selbsttransparenz Autonomie Leiblichkeit