… diese Fähigkeit ermöglicht Verlässlichkeit, Planung und soziales Zusammenleben. Sie schafft Abstand zwischen Impuls und Handlung und gehört damit zu wichtigen Formen der Selbststeuerung.
Emergetisch wird Selbstbeherrschung von Selbstregulation unterschieden. Beherrschung arbeitet stärker über Kontrolle und Unterdrückung, Regulation über Wahrnehmung, Beziehung und flexible Modulation. Beide können brauchbar sein; problematisch wird Selbstbeherrschung, wenn innere Signale dauerhaft nur als Störung behandelt werden.
Ein Mitarbeiter sitzt im dritten Online-Meeting und merkt, wie seine Gereiztheit steigt. Er lächelt weiter professionell, bis er beim Satz „Das nehmen wir noch kurz mit“ fast den Laptop zuklappt. Seine Selbstbeherrschung funktioniert ausgezeichnet. Sein Körper reicht gleichzeitig einen Änderungsantrag ein.
Welche Impulse beherrsche ich häufig?
Wo schützt mich Selbstbeherrschung und wo trennt sie mich von meinem Erleben?
Welche Regulation könnte Kontrolle ergänzen?
Wo erwarten wir voneinander ständige Beherrschung?
Wie können starke Gefühle Raum bekommen, ohne sofort Handlung zu werden?
Welche Kultur verwechselt Professionalität mit emotionaler Unsichtbarkeit?
Wo brauchen Rollen klare Impulskontrolle und wo mehr Selbsttransparenz?