… sie kann sich als Wärme, Spannung, Atemveränderung, Aufrichtung, Müdigkeit, Kribbeln oder Bewegungsimpuls zeigen. Solche Signale sind keine unfehlbaren Wahrheiten. Sie sind Erfahrungen, in denen Biografie, gegenwärtiger Kontext und Beziehung zusammenwirken.
Emergetisch erweitert leibliche Resonanz das Wahrgeben um eine Ebene, die leicht vom Denken übergangen wird. Wer sie wahrnimmt, gewinnt zusätzliche Information und kann zugleich prüfen, welche Bedeutung im jeweiligen Zusammenhang stimmig ist.
Eine Frau sagt in einer Sitzung: „Eigentlich ist die Entscheidung klar.“ Währenddessen zieht sie die Schultern hoch und hält den Atem an. Der Satz und der Körper erzählen unterschiedliche Geschichten. Die Aufgabe besteht nicht darin, sofort eine von beiden zur Wahrheit zu erklären, sondern beide ins Gespräch zu bringen.
Wie antwortet mein Körper auf diese Situation?
Welche leibliche Regung übergehe ich leicht?
Welche Bedeutung gebe ich meinem Körpersignal – und welche anderen wären möglich?
Welche körperlichen Resonanzen werden zwischen uns spürbar?
Wie können wir darüber sprechen, ohne sie als Diagnose über den anderen zu verwenden?
Wo berücksichtigt unsere Organisation leibliche Information?
Wie wirken Räume, Zeitdruck und Begegnungsformen auf körperliche Resonanz?