… verstehen wir Selbstverbergung zunächst als entwicklungsfähige Leistung. Wer erkennt, dass innere Impulse nicht unmittelbar ausgedrückt werden müssen, kann Rollen übernehmen, Beziehungen schützen und eine Persönlichkeit gestalten.
Problematisch wird Selbstverbergung, wenn der Zugang zum verborgenen Erleben verloren geht oder eine soziale Form dauerhaft gegen die eigene Gestimmtheit aufrechterhalten werden muss. Haltungserweiterung macht die Auswahl bewusster. Menschen können entscheiden, was sie in welchem Kontext zeigen, ohne das Verborgene innerlich auszuschließen.
Ein Manager gilt als jederzeit souverän. In Krisen verbirgt er Zweifel so konsequent, dass er sie selbst kaum noch wahrnimmt. Als er in einem geschützten Kreis Unsicherheit ausdrückt, bricht seine Rolle nicht zusammen. Sie wird glaubwürdiger, weil er wieder Zugang zu einem größeren Selbst erhält.
Was verberge ich vor anderen und was inzwischen vor mir selbst?
Welche soziale Form hat mir Selbstverbergung ermöglicht?
Wo wünsche ich mir mehr bewusste Transparenz?
Wie sicher ist es zwischen uns, bisher verborgene Seiten zu zeigen?
Welche Grenzen machen Offenheit freiwillig und kontextgerecht?
Welche Rollen verlangen dauerhafte Selbstverbergung?
Wie unterscheiden wir professionelle Form von emotionaler Entfremdung?