… zugehörigkeit gibt Sicherheit, Identität und Orientierung. Sie prägt, welche Rollen wir übernehmen, welche Sprache wir sprechen und welche Erwartungen selbstverständlich werden. Gleichzeitig entsteht Entwicklung oft in der Spannung zwischen Zugehörigkeit und Eigenheit.
Emergetisch wird Zugehörigkeit als lebendige Beziehung verstanden. Reife Zugehörigkeit verlangt weder vollständige Anpassung noch dauernde Abgrenzung. Sie kann Unterschiedlichkeit tragen und erlaubt, dass Menschen ihre Form verändern, ohne automatisch aus dem gemeinsamen Raum zu fallen.
Ein Sohn erzählt seiner Familie, dass er beruflich einen völlig anderen Weg einschlagen will als alle vor ihm. Am Tisch wird es still. Seine Großmutter sagt schließlich: „Verstehen tue ich es nicht. Aber du gehörst trotzdem hierher.“ Manchmal braucht Entwicklung genau einen solchen Satz.
Wo erlebe ich Zugehörigkeit?
Welche Anpassung zahle ich für Zugehörigkeit?
Wo kann ich eigen sein und trotzdem verbunden bleiben?
Wie zeigen wir einander: Du gehörst dazu, auch wenn du anders bist?
Welche Unterschiede bedrohen unser Zugehörigkeitsgefühl?
Welche Menschen erleben unsere Kultur als zugehörig und welche als randständig?
Wie verbinden wir gemeinsame Identität mit echter Verschiedenheit?