… wir erleben Atmosphären nicht nur über Gedanken. Enge, Weite, Schwere, Wärme, Unruhe oder Leichtigkeit können sich unmittelbar im Körper zeigen. Diese Qualitäten gehören weder eindeutig nur zu einer Person noch nur zur Umgebung. Sie entstehen im Verhältnis von Leib, Mitwelt und Situation.
Emergetisch wird die leibliche Atmosphäre zu einer frühen Resonanzinformation. Sie kann Hinweise geben, ohne bereits eine Erklärung zu liefern. Je feiner das Resonanzempfinden, desto eher können wir Atmosphäre wahrnehmen und zugleich offenhalten, wie sie zu verstehen ist.
Du betrittst einen Besprechungsraum fünf Minuten vor Beginn. Niemand spricht über den Konflikt vom Vortag, doch die Luft wirkt so dicht, dass selbst das übliche „Na, alle gut drauf?“ erstaunlich mutig klingt. Dein Körper hat längst etwas registriert, das der Kalender nicht vermerkt.
Welche Atmosphäre nehme ich gerade körperlich wahr?
Wo im Leib wird sie spürbar?
Kann ich sie bemerken, ohne sofort eine Geschichte daraus zu machen?
Welche Atmosphäre entsteht zwischen uns?
Wie verändert sich unser Miteinander, wenn wir das leiblich Spürbare ansprechen?
Welche Atmosphären erzeugen Räume, Rituale und Führungsverhalten?
Wie können wir leibliche Signale als Information nutzen, ohne sie zu objektivieren?