… ist die Grenze keine starre Wand. Sie wird durch Kommunikation, Regeln, Mitgliedschaft und Aufmerksamkeit fortlaufend hervorgebracht. Organisationen entscheiden, welche Themen anschlussfähig sind; psychische Systeme unterscheiden eigenes Erleben von fremdem.
Systemgrenzen ermöglichen Identität und Handlungsfähigkeit, weil sie Komplexität begrenzen. Zugleich können sie wichtige Resonanzen ausschließen. Entwicklung braucht daher keine Auflösung aller Grenzen, sondern eine bewusstere Gestaltung ihrer Durchlässigkeit: Was muss geschützt, was aufgenommen und was neu verbunden werden?
Eine Abteilung behandelt Kundenrückmeldungen als Aufgabe des Vertriebs und hält sie aus internen Entwicklungsrunden heraus. Die Grenze schafft klare Zuständigkeit, verhindert jedoch Lernen. Als ausgewählte Rückmeldungen regelmäßig einbezogen werden, bleibt die Abteilung eigenständig und wird zugleich durchlässiger für ihre Mitwelt.
Welche Grenzen halten mein Selbstsystem zusammen?
Wo schützt mich eine Grenze und wo verhindert sie Resonanz?
Welche Öffnung wäre tragfähig?
Welche Grenze definiert unser Wir?
Wer oder was bleibt dadurch draußen?
Wie werden Mitgliedschaft, Zuständigkeit und Information begrenzt?
Welche Systemgrenzen brauchen mehr Durchlässigkeit oder klareren Schutz?