… eine Rolle, ein Wert, eine Struktur oder ein Ritual kann formal vorhanden sein und innerlich leer bleiben. Formfüllung geschieht, wenn Menschen die Form tatsächlich bewohnen, eigene Erfahrungen mit ihr machen und ihr dadurch konkrete Gestalt geben.
Emergetisch erinnert der Begriff daran, dass Formgebung allein keine Entwicklung garantiert. Neue Organigramme, Leitbilder oder Entscheidungen brauchen Zeit, Resonanz und Wiederholung, bis sie zu einer gelebten Form werden.
Ein Unternehmen schreibt „Vertrauen“ in sein neues Führungsleitbild. Zunächst ändert sich wenig. Monate später beginnt eine Bereichsleiterin, Entscheidungen konsequent dorthin zu geben, wo das Wissen sitzt. Kolleginnen greifen das auf. Erst jetzt bekommt das Wort im Alltag Formfüllung.
Welche Form in meinem Leben ist bisher eher Idee als gelebte Praxis?
Wodurch füllt sich eine neue Haltung für mich mit Erfahrung?
Welche Wiederholung macht eine Form lebendig?
Welche gemeinsamen Formen haben für uns wirkliche Bedeutung?
Wo sprechen wir bereits eine neue Sprache, ohne sie schon zu leben?
Welche neuen Strukturen brauchen Zeit zur Formfüllung?
Wie erkennen wir den Unterschied zwischen eingeführter und gelebter Kultur?