… schwellenzeiten fühlen sich häufig widersprüchlich an. Vertraute Orientierung löst sich, ohne dass bereits eine sichere Alternative vorhanden ist. Dadurch können Unsicherheit, Rückgriff auf alte Muster und zugleich ungewöhnliche Offenheit entstehen.
Emergetisch gilt die Schwelle als empfindlicher Entwicklungsraum. Zu frühe Festlegung kann neue Möglichkeiten schließen, völlige Haltlosigkeit kann überfordern. Hilfreich sind Resonanz, tragfähige Beziehungen und die Fähigkeit, das Noch-nicht eine Zeit lang auszuhalten.
Eine Führungskraft hat innerlich entschieden, ihren bisherigen Führungsstil zu verändern. In schwierigen Situationen greift sie trotzdem auf alte Kontrolle zurück und ärgert sich danach über sich selbst. Sie ist nicht „wieder am Anfang“. Sie steht auf einer Schwelle, auf der zwei Formen gleichzeitig wirksam sind.
Welche alte Form verliert gerade an Selbstverständlichkeit?
Welche neue Möglichkeit ist schon spürbar, aber noch unsicher?
Was gibt mir Halt, ohne die Schwelle vorschnell zu schließen?
Wie begleiten wir uns in Übergängen, in denen noch keine neue Normalität existiert?
Welche Rückfälle dürfen Teil einer Schwellenzeit sein?
Wie gestaltet unsere Organisation Übergänge zwischen alten und neuen Formen?
Wo verlangen wir Stabilität, obwohl Entwicklung gerade Schwellenmut braucht?