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Wie gelingt Transformation? · Praxis

Emergetische Schwelle

An einer Schwelle trägt das Alte noch, und das Neue kann noch nicht tragen.

Auf den Punkt

Eine emergetische Schwelle bezeichnet einen Übergang, an dem eine bisherige Form an Selbstverständlichkeit verliert und eine neue Form bereits möglich, aber noch nicht stabil geworden ist.

Wenn wir emergetisch schauen …

… schwellenzeiten fühlen sich häufig widersprüchlich an. Vertraute Orientierung löst sich, ohne dass bereits eine sichere Alternative vorhanden ist. Dadurch können Unsicherheit, Rückgriff auf alte Muster und zugleich ungewöhnliche Offenheit entstehen.

Emergetisch gilt die Schwelle als empfindlicher Entwicklungsraum. Zu frühe Festlegung kann neue Möglichkeiten schließen, völlige Haltlosigkeit kann überfordern. Hilfreich sind Resonanz, tragfähige Beziehungen und die Fähigkeit, das Noch-nicht eine Zeit lang auszuhalten.

Erlebbar wird das, wenn …

Eine Führungskraft hat innerlich entschieden, ihren bisherigen Führungsstil zu verändern. In schwierigen Situationen greift sie trotzdem auf alte Kontrolle zurück und ärgert sich danach über sich selbst. Sie ist nicht „wieder am Anfang“. Sie steht auf einer Schwelle, auf der zwei Formen gleichzeitig wirksam sind.

ICH · Für mich

Welche alte Form verliert gerade an Selbstverständlichkeit?

Welche neue Möglichkeit ist schon spürbar, aber noch unsicher?

Was gibt mir Halt, ohne die Schwelle vorschnell zu schließen?

WIR · Zwischen uns

Wie begleiten wir uns in Übergängen, in denen noch keine neue Normalität existiert?

Welche Rückfälle dürfen Teil einer Schwellenzeit sein?

ALLE · Für Organisationen

Wie gestaltet unsere Organisation Übergänge zwischen alten und neuen Formen?

Wo verlangen wir Stabilität, obwohl Entwicklung gerade Schwellenmut braucht?

Die emergetische Schwelle ist der schmale Raum, in dem das Gewordene seine Alleinherrschaft verliert und das Werdende erstmals mitsprechen kann.
Siehe auch: Schwellenmut Formbruch Formkeimung Nichtwissen Entwicklungs­spannung Unverfügbarkeit Formspannung