… frühere Entwicklungsformen verschwinden idealerweise nicht, wenn neue hinzukommen. Impuls, Zugehörigkeit, Rationalität, Eigenständigkeit, Perspektivenvielfalt oder systemisches Denken können als unterschiedliche Ressourcen erhalten bleiben. Formfülle beschreibt diese innere Reichhaltigkeit.
Sie ist mehr als ein großes Repertoire. Fülle entsteht, wenn Formen miteinander in Beziehung stehen und situativ zugänglich bleiben. Ohne Integration kann Vielfalt auch zerstreuen oder überfordern. Mit Formbeweglichkeit wird Formfülle zu einer Quelle differenzierter Antworten.
Eine Teilnehmerin sagt nach einer Ausbildung: „Ich dachte, Entwicklung heißt, weniger konformistisch zu werden. Jetzt merke ich, dass ich manchmal sehr froh bin, einfach Teil einer guten Tradition zu sein.“ Sie hat keine frühere Form verloren, sondern ihre Verfügbarkeit neu entdeckt.
Welche unterschiedlichen Formen kann ich heute bewusst nutzen?
Welche frühere Fähigkeit habe ich vorschnell abgewertet?
Wo erlebe ich meine Vielfalt als Fülle statt als Widerspruch?
Welche unterschiedlichen Qualitäten bringen wir miteinander ein?
Wie können gegensätzliche Formen in unserer Beziehung nebeneinander bestehen?
Welche kulturelle Formfülle besitzt unsere Organisation?
Wo reduzieren wir Vielfalt auf eine bevorzugte Arbeitslogik?