… begegnen wir teleologischen Deutungen mit Vorsicht. Modelle können Richtungen und zunehmende Komplexität beschreiben, ohne zu behaupten, jedes Leben müsse auf dieselbe höchste Form zulaufen. Entwicklung bleibt kontextgebunden, verletzlich und offen.
Ziele sind hilfreiche Konstrukte für Handeln. Problematisch wird es, wenn ein Ziel als natürlicher Endpunkt gilt und frühere oder andere Formen abgewertet werden. Emergetik versteht Entwicklung daher eher als Erweiterung von Möglichkeiten und Resonanzfähigkeit als Erfüllung eines kosmischen oder normativen Plans.
Eine Organisation bezeichnet selbstorganisierte Teams als Endstufe moderner Arbeit. Bereiche mit klaren Hierarchien gelten dadurch automatisch als rückständig. Erst eine Prüfung der Aufgaben zeigt, dass verschiedene Formen unterschiedliche Brauchbarkeiten besitzen. Das Entwicklungsbild wird weniger teleologisch und zugleich präziser.
Welches Ideal behandle ich als notwendiges Ziel meiner Entwicklung?
Welche gegenwärtige Form werte ich dadurch ab?
Wie kann Richtung bestehen, ohne Zukunft festzuschreiben?
Welche Vorstellung vom richtigen Endzustand prägt unser Miteinander?
Wie würdigen wir unterschiedliche Entwicklungswege?
Welche Transformationsziele werden als alternativlos dargestellt?
Wie verbinden wir ambitionierte Richtung mit Kontingenz und Brauchbarkeit?