… begegnen wir immer wieder Situationen, in denen unterschiedliche Perspektiven gleichzeitig stimmig erscheinen. Ambiguität beschreibt nicht die Mehrdeutigkeit der Situation selbst, sondern unsere Fähigkeit, ihr offen zu begegnen.
Diese Fähigkeit wächst mit der Haltungserweiterung. Wir müssen Unterschiede nicht sofort entscheiden oder vereinheitlichen. Stattdessen können wir Spannungen halten und beobachten, welche neue Form daraus entstehen möchte.
Ambiguität wird dadurch zu einer wichtigen Voraussetzung lebendiger Entwicklung.
Du stehst zwischen zwei Entscheidungen. Beide erscheinen richtig. Früher hättest du den Widerspruch möglichst schnell beendet. Heute bemerkst du, dass gerade das Aushalten der Spannung neue Möglichkeiten sichtbar macht.
Welche Widersprüche fordern mich gerade heraus?
Wo suche ich vorschnell Gewissheit?
Welche Spannung könnte ich noch etwas länger halten?
Wie gehen wir mit unterschiedlichen Wahrheiten um?
Wo bereichert Uneindeutigkeit unsere Zusammenarbeit?
Wie viel Ambiguität hält unsere Kultur aus?
Welche Innovationen entstehen aus nicht vorschnell gelösten Spannungen?