Beziehung
Auf den Punkt
Wenn wir emergetisch schauen …
… erscheint Beziehung nicht als nachträgliche Verbindung zwischen vollständig fertigen Einzelnen. Menschen bilden Identität, Bedeutung und Handlungsmöglichkeiten im Bezug auf andere, auf ihre Mitwelt und auf die Resonanzfelder, an denen sie teilnehmen. Jede Begegnung verändert damit zugleich die Beteiligten und den Raum zwischen ihnen.
Beziehungen entwickeln eigene Formen aus Nähe und Distanz, Vertrauen und Schutz, Rollen, Erwartungen, Gewohnheiten und Sprache. Diese Formen geben Orientierung, können sich verfestigen und im Laufe der Zeit ihre Brauchbarkeit verlieren. Emergetische Beziehungsarbeit richtet die Aufmerksamkeit deshalb auf das Dazwischen: auf die Resonanzen, Spannungen und Antwortweisen, aus denen sich das gemeinsame Geschehen immer wieder neu bildet.
Erlebbar wird das, wenn …
Zwei Menschen geraten regelmäßig in denselben Konflikt. Wenn eine Person schweigt, erlebt die andere das als Rückzug und drängt auf ein Gespräch; je stärker sie drängt, desto mehr zieht sich die erste zurück. Das Muster gehört keinem von beiden allein. Es entsteht in ihrer Beziehung. Sobald sie diese gemeinsame Form wahrnehmen, können sie erproben, wie Nähe und Abstand anders gestaltet werden können.
ICH · Für mich
Welche Beziehungen prägen die Weise, wie ich mich selbst erlebe?
Welche Form nehme ich in unterschiedlichen Beziehungen an?
Wo kann ich das Dazwischen bewusster wahrnehmen?
WIR · Zwischen uns
Welche Muster bilden sich immer wieder zwischen uns?
Wie können wir Eigenheit und Verbindung zugleich stärken?
ALLE · Für Organisationen
Welche Beziehungsformen prägen unsere Organisation?
Wo brauchen Schnittstellen, Rollen und Konflikte eine neue Form des Bezogenseins?